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Die Wittener Kulturgemeinde e.V. – Historie

Alles begann mit einem Brief des Wittener Studienrats Werner Marburger vom 15. August 1945 an den erst am 25. Juni 1945 von der britischen Militärregierung eingesetzten Oberbürgermeister Alfred Junge.

Marburger war in den ersten Julitagen zusammen mit den ihm anvertrauten Schülern aus Süddeutschland zurück nach Witten gekehrt, als er in diesem Brief auf das Fehlen des kulturellen Lebens in der Stadt hinwies und die Gründung einer Konzertgesellschaft anregte.

zeitungsartikel-1945

Zeitungsartikel-1945

Der Oberbürgermeister griff diese Anregung auf und unter seinem Vorsitz trat noch im August 1945 ein vorbereitender Ausschuss zur Gründung der “Wittener Kulturgemeinde” zusammen. In dem von der britischen Militärregierung herausgegebenen amtlichen Bekanntmachungen (Official Notices) vom 22. September 1945 wurde ein Aufruf veröffentlicht, in dem alle Wittener zum Beitritt und zur Mitarbeit in der “Wittener Kulturgemeinde” aufgefordert werden, die in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung das zum Erliegen gekommene Kulturleben wieder beleben wollte.

Der Aufruf war ein voller Erfolg und am 23. Oktober 1946 wurde die Kulturgemeinde in Vereinsform gegründet. Als sie am 27. Januar 1947 in das Vereinsregister eingetragen wurde, hatte sie bereits 800 Mitglieder.

Der Verein übernahm damit einen Kulturauftrag der Stadt, was auch darin zum Ausdruck kommt, dass nach der Satzung der Vorsitzende ein leitender Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Kulturdezernet Mitglied des Vorstandes sein sollten. Dem Rat wurde zusätzlich das Recht eingeräumt, 2 Ratsmitglieder in den Vorstand zu entsenden.

Zunächst wurden Solisten- und Kammerkonzerte im Ratssaal veranstaltet, für Theateraufführungen stand der Saal des damaligen Annener Gussstahlwerks zur Verfügung. Schon im Januar 1947 konnte berichtet werden, dass zu den bis dahin 44 Veranstaltungen rund 21.000 Besucher gekommen waren.

 

 

ticketsammlung

Ticketsammlung

Da in Witten Räume für größere Veranstaltungen fehlten, wurden ab 1951 Fahrten zu Theater- und Konzertveranstaltungen in den umliegenden Städten Bochum, Dortmund, Wuppertal und Hagen organisiert, ab 1964 fanden auch Konzerte in der neuen Aula des Ruhrgymnasiums statt. Mit der Fertigstellung des Saalbau 1975 konnten dort eigene Theater- und Konzertreihen angeboten werden.

Die Geschäftsführung der Kulturgemeinde lag in den Händen städtischen Mitarbeiter, die Programme wurden in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung vom ehrenamtlichen Vorstand entwickelt, wobei es bis in die 90er Jahre eine Warteliste für verschiedene Abonnements gab.

Die Wittener Kulturgemeinde hat in den vergangenen 67 Jahren das Kulturleben der Stadt mitgeprägt und “hat die feste Absicht, auch unter dem Zwang von Kosteneinsparungen das Niveau ihrer Veranstaltungen nicht zu senken” so bereits die Pressemitteilung zum 50-jährigen Bestehen 1996 und dies gilt auch heute noch!

Dass die Kulturgemeinde auch heute noch im Bewusstsein der Wittener Bevölkerung fest verankert ist, zeigte sich nicht zuletzt an der erfolgreichen Spendenaktion, als die Theatersaison 2011/12 beinahe am fehlenden Zuschuss der Stadt gescheitert wäre.